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17. Januar 2019

Verkehrseinschränkungen in der Stresemannallee

Anfrage nach § 27 BezVG der Mitglieder der Bezirksversammlung Eimsbüttel Ernst Christian Schütt, Rüdiger Rust und Ines Schwarzarius (SPD-Fraktion)

Sachverhalt
Aufgrund von Erneuerungsarbeiten am Wasser- und Stromleitungsnetz sowie dem anschließenden Ausbau der Veloroute 3 kommt es in der Stresemannallee im Stadtteil Lokstedt bis 2020 zu erheblichen Verkehrseinschränkungen. So ist dort zwischen Lohkoppelweg und Bötelkamp stadtauswärts eine temporäre Einbahnstraßenregelung eingerichtet. Diese betrifft nicht zuletzt den Weg der Buslinie 181, die umgeleitet wird und dadurch bis Februar 2020 in Richtung Innenstadt die Haltestellen Max-Tau-Straße, Lohkoppelweg, Veilchenweg (West) und Sorthmannweg nicht anfahren kann.

Die Wege zu den umliegenden Bushaltestellen sind gerade für ältere und schwächere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer nicht unerheblich. Aus diesem Grund hatte der Regionalausschuss Lokstedt am 10.09.2018 darum gebeten, dass die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation einen Vertreter/eine Vertreterin des HVV in den Regionalausschuss entsendet, um die Umleitung der Buslinie 181 in der Stresemannallee sowie Maßnahmen zur Verbesserung für betroffene Fahrgäste zu erläutern und sich auch den kritischen Fragen der HVV-Nutzerschaft zu stellen (Drucksache 20-3173).

Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation hat dies mit Datum vom 02.01.2019 abgelehnt und in ihrer Antwort u.a. darauf verwiesen, dass zusätzliche Haltestellen im “Lenzweg” und im “Eidelstedter Weg” eingerichtet worden seien und zum Erreichen der aufgehobenen Haltestellen ab den Haltestellen “Julius-Vosseler-Straße” und “Eidelstedter Weg”, jeweils mit Umstieg, der Bus in die Gegenrichtung genutzt werden könne. Zudem seien die Fahrgäste durch die baustellenbedingte Umleitung tariflich nicht schlechter gestellt, weil die Bezahlgrenzen für den Zeitraum der Sperrung aufgehoben worden seien.

Angesichts des durch die Verkehrseinschränkungen entstandenen Unmuts der Fahrgäste und des langen Zeithorizonts der Maßnahme bis 2020 bitten wir die Fachbehörde um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Die Einrichtung einer Busverbindung von Hagenbecks Tierpark über Julius-Vosseler-Straße, Max-Tau-Straße, Lohkoppelweg und dann über den nicht gesperrten Teil der Stresemannallee und Grandweg bis Behrmannplatz und zurück nach Hagenbecks Tierpark würde während der Sperrung der Stresemannallee die Max-Tau-Straße und Lohkoppelweg von Hagenbecks Tierpark aus erreichbar machen und das Zentrum des Stadtteils besser an den ÖPNV anbinden. Der Umlauf könnte ressourcenschonend mit einem Fahrzeug gefahren werden. Ist eine solche Alternative zur Entlastung der Fahrgäste vom HVV geprüft worden bzw. kann und will der HVV die Schaffung einer solchen Verbindung prüfen?

2. Die Einrichtung der zusätzlichen Haltestellen im “Lenzweg” und im “Eidelstedter Weg” ist in einer nicht unerheblichen Entfernung der potentiellen Fahrgäste der ausgefallenen Haltestellen erfolgt und damit vor allem von der älteren Zielgruppe schwerlich zu nutzen.

In vielen Fällen bedeuten die empfohlenen Reisemöglichkeiten einen enorm hohen Zeitaufwand. Wer z. B. um 9.11 Uhr ab Veilchenweg (West) zur Bismarckstraße fahren möchte, benötigt für die in Luftlinie relativ kurze Strecke via Umsteigen bei Hagenbecks Tierpark 36 Minuten und bezahlt laut Preisauskunft 3,30 €.
Bei der Haltstelle “Julius-Vosseler-Straße” kritisieren Fahrgäste immer wieder eine mangelnde Abstimmung der An- und Abfahrtszeiten. Die Fahrpläne sind z. B. so gestaltet, dass der Bus 181 von Richtung Stresemannallee werktags um 7.05 Uhr ankommt, während der stadteinwärts in Richtung U Schlump/Sternschanze fahrende 181er genau um 7.05 Uhr von dort abfährt. Dies bedeutet in vielen Fällen, dass die Fahrgäste beim Umsteigen eine zehnminütige Wartezeit in Kauf nehmen müssen bzw. eine Wartezeit von 20 Minuten zwischen 8.55 und 12.15 Uhr sowie ab 19.05 Uhr. Hält der HVV dies für zumutbar bzw. lässt sich die Taktung so gestalten, dass für das Umsteigen ausreichend Zeit bleibt?

3. Während der Stadtteil Lokstedt in Nord-Süd-Richtung durch den 5er-Bus und mehrere U-Bahn-Haltestellen sehr gut an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen ist, wurde schon vor Beginn der Arbeiten in der Stresemannallee das Angebot des ÖPNV im „Querverkehr“ durch Lokstedt als ausbaufähig angesehen. Nicht selten empfiehlt die HVV-Fahrplanauskunft längere Fußwege, aktuell z. B. für die Verbindung von der Haltestelle Veilchenweg (West) bis zum Eidelstedter Weg um 19.50 Uhr einen Fußmarsch von 15 Minuten. Hat der HVV Pläne für den weiteren Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in Lokstedt und wenn ja, wo und in welcher Form?