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26. November 2019

Neues Gästehaus der Universität Hamburg für internationale Wissenschaftler

Anfrage nach § 27 BezVG der Mitglieder der Bezirksversammlung Eimsbüttel, Gabor Gottlieb, Paulina Rügge, Janina Satzer und Moritz Altner (SPD-Fraktion)

Die Anfrage wird – von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung – wie folgt beantwortet:

Sachverhalt
Vor dem Hintergrund des großen internationalen Zuspruchs plant die Universität Hamburg den Bau eines neuen Gästehauses in der Feldbrunnenstraße in Rotherbaum. Damit will die Universität ihren internationalen Studierenden, Doktorandinnen und Doktoranden sowie Dozentinnen und Dozenten ein attraktives Forschungsumfeld bieten. Die beiden bestehenden Gästehäuser der Universität bieten dafür keine ausreichenden Kapazitäten (Rothenbaumchaussee mit rund 50 Apartments und Rentzelstraße mit 24 Einheiten). Zudem stehen dort nur kleinere Apartments für Einzelpersonen zur Verfügung, die heutigen Ansprüchen zur Familienfreundlichkeit nicht gerecht werden.

Gerade vor dem Hintergrund des angespannten Wohnungsmarktes im beliebten Univiertel ist es auch wohnungspolitisch angezeigt, den internationalen Gästen gesonderten – für ihre Bedürfnisse zugeschnittenen (insb. möblierten) Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Das neue Gästehaus soll laut Planung mit einer Nutzfläche von 3.000 m² auf überwiegend unbebauten Flächen des Campus Sportwissenschaften entstehen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Chinesischen Teehaus und dem MARKK. Dazu hat die Universität 2015 einen Realisierungswettbewerb mit 12 Teilnehmern (Planungsbüros) durchgeführt, bei dem der Entwurf eines Schweizer Architekturbüros (Buchner Bründler Architekten) den ersten Preis erhielt. Der Entwurf der „International Lodge“ sieht ein hohes achtstöckiges Backsteingebäude vor, welches Platz für ca. 65 Apartments bieten soll.

Aufgrund der zwar kompakten, aber im Vergleich zur Nachbarbebauung sehr hohen Bebauung und der damit verbundenen Änderung des weitgehend von denkmalgeschützten Bauten geprägten Gebiets hat die Bezirksversammlung Eimsbüttel zur besseren Beteiligung der Nachbarschaft um eine öffentliche Vorstellung des Vorhabens in den entsprechenden Gremien gebeten. Der Entwurf wurde daraufhin im September 2016 im Kerngebietsausschuss der Bezirksversammlung vorgestellt und dort wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Die vorgestellte Planung der Universität Hamburg sah weiterhin vor, dass der Bau im Jahr 2017 beginnen sollte und 2019 eröffnet werden sollte. Bis heute haben jedoch keine Bauarbeiten auf der vorgesehenen Fläche stattgefunden.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung:

1. Wird der Bau des Uni-Gästehauses an der Feldbrunnenstraße aktuell noch verfolgt?
Die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung strebt die Zustimmung der Bürgerschaft zu dem Vorhaben in dieser Legislaturperiode an.

2. Wie ist der derzeitige Stand des Vorhabens?
Für den Neubau liegen eine Kostenberechnung und eine Baugenehmigung vor.

3. Hat sich seit der Vorstellung der Planungen im Kerngebietsausschuss im September 2016 etwas an der Planung verändert?
Wenn ja, was?

Nein. Die Planung für das Gebäude hat sich nicht geändert.

4. Wann ist mit einem Baubeginn zu rechnen? Wann mit der Fertigstellung?
Die Beauftragung der weiteren Planungen zur Vorbereitung des Baubeginns kann erst nach der Zustimmung der Bürgerschaft erfolgen. Für die Bauzeit des Gästehauses werden bis zu zwei Jahre angenommen.

5. Aus welchen Gründen hat sich die ursprüngliche Zeitplanung verzögert?
Die ersten groben Annahmen zur Zeitplanung wurden durch die konkreten Abstimmungsprozesse überholt. So lag die Kostenberechnung für das Vorhaben erst im Juli 2017 vor. Wesentliche Unterlagen für das Vorhaben waren noch zu erstellen bzw. abzustimmen.

6. Wird seitens der Behörde weiterhin ein Bedarf an einem zusätzlichen Gästehaus für die Universität Hamburg gesehen?
Ja. Die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung sieht weiterhin einen Bedarf an dem Gästehaus am zentralen Standort in Eimsbüttel gegeben. Die Internationalisierungsstrategie der Universität wird mit dem Angebot eine wesentliche Bereicherung erfahren, die die Universität im Wettbewerb mit anderen nationalen und internationalen Universitäten nachhaltig stärkt.