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13. Dezember 2019

Luftqualität durch innovative, smarte Reinigungssysteme verbessern

Luftverschmutzung beeinträchtigt Gesundheit und Umwelt. Obwohl die Luftqualität in den letzten Jahrzehnten europaweit verbessert werden konnte, sind die Luftschadstoffkonzentrationen auch in Hamburg weiterhin hoch. Schadstoffreiche Industrie, Schiffe und überlastete Verkehrsinfrastrukturen mit veralteten PKW setzen riesige Mengen an Kohlenmonoxid, Ozon, Schwefeloxid und Feinstaub frei und treiben damit den Klimawandel voran. Wegen der seit Jahren überschrittenen Grenzwerte hat Hamburg bereits Fahrverbote für ältere Diesel erlassen, welche die Werte jedoch nicht sonderlich stark senken konnten.

Ein Ansatz, um diesen gravierenden Problemen zu begegnen, ist die Begrünung von urbanen Räumen mit Bäumen. Baumbepflanzung wird häufig zur Reduzierung der Luft- und Lärmbelastung sowie zur Verschönerung von Städten eingesetzt. Bäume brauchen jedoch viel Zeit zum Wachsen, außerdem bieten dichtbesiedelte Städte zu wenig Platz für umfassende Baumbepflanzungen – aber gerade diese Gebiete benötigen eine Schadstoffreduzierung durch Begrünung oft am dringendsten. Starkbefahrene Straßen, aber auch Orte des täglichen Lebens wie Schulen, Krankenhäuser, Altenheime und Orte mit Fußgängerverkehr, brauchen nachhaltige Lösungen, die die Luftverschmutzung reduzieren.

Innovative, smarte Luftreinigungssysteme wie der „Algenbaum“ oder der „Moosbaum“ bieten hier schnelle, effektive, platzsparende, langfristige und kostengünstige Lösungsansätze.

Der „Algenbaum“ (BioUrban 2.0) verwendet organische Mikroalgen, die die verunreinigte Luft von Schadstoffen reinigen und reinen Sauerstoff und Biomasse produzieren. Ein einzelner Algenbaum ist durch Photosynthese in der Lage, die Luft von der gleichen Schadstoffmenge zu reinigen wie 368 echte Bäume. Der „Moosbaum“ (City Tree) ist ein vertikaler Moosgarten, der vergleichbar arbeitet und dessen Filtereffekt mit dem von 275 Stadtbäumen vergleichbar ist. An besonders heißen Tagen sorgen „Moosbäume“ gleichzeitig für Abkühlung.

Beide Anlagen zeichnen sich durch Autarkie aus: die nötige Energie wird mittels integrierter solarer Energiegewinnung und -speicherung produziert. Die Bewässerung erfolgt durch aufgefangenes Regenwasser; Wassertanks oder ein Anschluss an das Wassernetz sind aber ebenfalls möglich. Die „Bäume“ werden durch eine Fernüberwachung geregelt. Außerdem können durch smarte Technologie WLAN Hotspots oder E-Bike Ladestationen direkt in die „Bäume“ integriert werden.

Petitum

Die Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, die zuständige Fachbehörde um die Entsendung eines bzw. einer Sachverständigen in den zuständigen Ausschuss zu ersuchen, um über Möglichkeiten, Kosten und geeignete Standorte für smarte Luftreinigungssysteme im Rahmen eines Pilotprojektes in Eimsbüttel zu berichten.

Zugleich wird darum gebeten, eine Referentin bzw. einen Referenten der zuständigen Fachbehörde einzuladen, um im Ausschuss für Grün, Nachhaltigkeit, Umwelt, Verbraucherschutz, Wirtschaft und Digitales über die Luftqualität im Bezirk Eimsbüttel zu berichten.

Janina Satzer und SPD-Fraktion