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6. Dezember 2012

Sanierung der Amsinck-Villa

Sachverhalt

Die neoklassizistische Amsinck-Villa in Hamburg-Lokstedt wurde 1868 vom bekannten Architekten Martin Haller für den Hamburger Kaufmann Wilhelm Amsinck als Sommerresidenz errichtet. Die Villa befindet sich in dem 5,9 Hektar großen Amsinck-Park, der als Landschaftsgarten im englischen Stil 1868–1870 vom Gartenbauingenieur Friedrich Joachim Christian Jürgens angelegt wurde. Der Park  wurde 1956 von der Stadt erworben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seit 1993 stehen Park und Villa unter Denkmalschutz.

Seit Jahren kämpft die Kommunalpolitik für eine stadtteilverträgliche Nutzung der Lokstedter Amsinck-Villa und gegen den weiteren Verfall des historischen Gebäudes im Amsinck-Park. Der Ortsausschuss Lokstedt hatte am 21. Januar 2008 einstimmig beschlossen (Drucksache 0559/XVIII), dass das künftige Nutzungskonzept der Amsinck-Villa der Öffentlichkeit den Zugang zur Villa und Umgebung  langfristig garantieren soll. Der Regionalausschuss Lokstedt hat diesen Beschluss im Jahr 2010 (Drucksachen 1201/XVIII) und zuletzt noch einmal im Oktober dieses Jahres bekräftigt. Seit 2008 wurde in Interessenbekundungs- und Ausschreibungsverfahren durch die Finanzbehörde versucht, einen neuen Nutzer für die Amsinck-Villa zu finden. Zwei von der Finanzbehörde favorisierte Höchstbieter, die den örtlichen Gremien 2008 und im Februar 2011 vorgestellt und hierkritisch gesehen wurden, entpuppten sich im Nachhinein als ungeeignet. Die Villa stand weiter leerund der Verfall des Gebäudes schritt voran.

Im April 2012 schien dann mit der Rudolf-Ballin-Stiftung ein Nutzer mit einem Konzept, welches denbezirklichen Vorgaben entspricht, gefunden zu sein. Die Stiftung ermittelte auf eigene Kosten in einem Gutachten den aktuellen Sanierungsbedarf der Villa, der bei rund 2,8 Mio. Euro liegen soll.Daraufhin sah sich die Stiftung nicht mehr in der Lage, die geplante Nutzung wirtschaftlich alleine zutragen. Für eine wirtschaftliche Nutzung besteht demnach eine Kostenlücke von rund einer Mio.Euro.

Die Eimsbüttler Kommunalpolitik hat stets die Bedeutung der historischen Villa für den Stadtteil undden Bezirk betont und sich für eine Nutzung eingesetzt, die der Lage und der öffentlichen Bedeutung des historischen Gebäudes entspricht. Der durch langwierige Ausschreibungs-prozesse und nichtrealisierte Nutzungskonzepte entstandene zusätzliche Sanierungsstau sollte nicht zu Lasten eines Erhalts, einer Sanierung und einer stadtteilverträglichen Nutzung der Amsinck-Villa gehen.

Beschlussvorschlag

Der Regionalausschuss Lokstedt möge zur Weiterleitung an die BezirksversammlungEimsbüttel beschließen:

Die Bezirksversammlung Eimsbüttel ist bereit maximal 150.000 Euro für die Sanierung der Amsinck-Villa zur Verfügung zu stellen, wenn damit die Gesamtdeckungslücke mit einem maximalen Anteil der bezirklichen Mitteln von 15/100 gedeckt wird und unter den Bedingungen, dass1) aus Landesmitteln entsprechende zusätzliche Mittel zur Deckung der Finanzierungslückebereitgestellt werden,

2) der Bezirksamtsleiter und die Finanzbehörde prüfen, ob anderweitige Mittel vorrangig für die Sanierung (beispielsweise Förderungen aus Bundesmitteln oder der Deutschen Stiftung Denkmalschutz) gewonnen werden können, und sich ggf. darum bewerben und

3) die Rudolf-Ballin-Stiftung oder ein anderer Investor die restlichen Sanierungskosten trägt und einNutzungskonzept entsprechend den Beschlüssen des Regionalausschusses Lokstedt/ der BV Eimsbüttel umsetzt.Die Bezirksversammlung Eimsbüttel reserviert hierfür bis zum 30. Juni 2013 150.000 Euro investive Mittel für die Sanierung der Amsinck-Villa.

Die Verwaltung wird gebeten, den Regionalausschuss Lokstedt monatlich über den weiteren Verlauf zu unterrichten.

Rüdiger Rust, Marc Schemmel und SPD-Fraktion
Andreas Reichel und GRÜNE-Fraktion Eimsbüttel
Klaus Krüger und FDP-Fraktion
Rüdiger Kuhn und CDU-Fraktion
Zaklin Nastic und Fraktion DIE LINKE